Gold erlebt derzeit wieder einen regelrechten Boom. Nachdem der Preis des Edelmetalls zuletzt neue Höchststände erreicht hat, interessieren sich auch in Österreich immer mehr Anleger für den Kauf von Gold. Für viele gilt das Metall seit jeher als sicherer Hafen in wirtschaftlich unsicheren Zeiten. Gleichzeitig sehen manche Investoren darin auch eine Möglichkeit, von steigenden Preisen zu profitieren.
Doch so einfach der Kauf von Gold auf den ersten Blick erscheint, ganz ohne Regeln und Risiken funktioniert er nicht. Gerade Einsteiger unterschätzen oft, dass auch der Goldpreis starken Schwankungen unterliegen kann. Wer kurzfristig auf Gewinne spekuliert, bewegt sich schnell in einem Bereich, der eher an Spekulation erinnert als an klassische Vermögenssicherung.
Physisches Gold vs. Paper Gold
Wer Gold kaufen möchte, sollte zuerst verstehen, dass Gold nicht immer gleich Gold bedeutet. Für viele Einsteiger wirkt der Markt zunächst einfach: Man kauft Gold und profitiert von steigenden Preisen. In der Praxis gibt es jedoch unterschiedliche Formen der Goldanlage.
Wer diese Unterschiede nicht kennt, kann schnell in eine spekulative Situation geraten. Dann wird der Goldkauf praktisch zu einem Glücksspiel wie auf Online-Plattformen wie casino-groups.com.
Beim klassischen Kauf von physischem Gold erwirbt der Käufer Münzen oder Barren, die tatsächlich existieren und im eigenen Besitz sind. Viele Anleger schätzen genau diesen Punkt, weil sie ein reales Gut in der Hand haben.
Daneben gibt es jedoch sogenannte Paper-Gold-Produkte. Dazu gehören etwa Gold-ETFs oder Zertifikate, die den Goldpreis nachbilden und an Börsen gehandelt werden. Einige dieser ETFs sind tatsächlich mit physischem Gold hinterlegt, das in Tresoren gelagert wird.
Anleger besitzen dann zwar keine eigenen Barren, investieren aber in ein Produkt, das durch reale Goldbestände abgesichert ist. Kritiker weisen jedoch seit Jahren darauf hin, dass weltweit deutlich mehr Paper-Gold-Produkte existieren als physisches Gold verfügbar ist.
Würden also alle Anleger gleichzeitig versuchen, ihre Ansprüche in echtes Gold umzuwandeln, würde dies zu dramatischen Engpässen im Markt führen.
Wo kann man in Österreich physisches Gold kaufen?
Physisches Gold kann man in Österreich auf verschiedenen Wegen erwerben. Am sichersten ist der Kauf bei etablierten Edelmetallhändlern. In vielen größeren Städten gibt es spezialisierte Geschäfte, die Goldbarren und Anlagemünzen verkaufen. Dort erhalten Käufer zertifizierte Ware und können sich auch beraten lassen.
Eine weitere Möglichkeit sind seriöse Online-Händler. Große Edelmetallhändler betreiben eigene Webshops, über die sich Barren und Münzen bequem bestellen lassen. Wichtig ist dabei, nur bekannte Anbieter zu nutzen und auf transparente Preise sowie klare Angaben zum Goldgehalt zu achten.
Vorsicht ist dagegen bei Plattformen wie allgemeinen Online-Marktplätzen oder privaten Kleinanzeigen geboten. Angebote auf eBay oder ähnlichen Seiten wirken oft verlockend, bergen aber erhebliche Risiken in Sachen Goldkauf. Besonders misstrauisch sollte man werden, wenn Gold deutlich unter dem aktuellen Marktpreis angeboten wird.
In solchen Fällen handelt es sich eigentlich immer um Fälschungen oder unseriöse Angebote. Also Finger weg! Wer physisches Gold kaufen möchte, sollte deshalb auf geprüfte Händler setzen und unrealistisch günstige Preise grundsätzlich meiden.
Legal in Gold-ETFs oder Fonds investieren
Neben dem Kauf von physischem Gold entscheiden sich viele Anleger dafür, über Wertpapiere in Gold zu investieren. Dafür benötigt man ein Aktiendepot bei einer Bank oder bei einem regulierten Online-Broker. In Österreich nutzen viele Anleger klassische Banken, aber auch moderne Neo Broker, die innerhalb der EU reguliert sind.
Diese Anbieter besitzen eine Finanzlizenz und müssen die europäischen Vorschriften für den Wertpapierhandel einhalten. Vor der Kontoeröffnung ist eine Identitätsprüfung vorgeschrieben.
Diese sogenannte KYC-Registrierung („Know Your Customer“) gehört zu den gesetzlichen Anforderungen im Finanzsystem. Anleger müssen dabei ihre Identität nachweisen , bevor sie Wertpapiere handeln können.
Über solche Depots lassen sich Gold-ETFs oder Gold-ETCs an der Börse kaufen. Diese Produkte bilden die Entwicklung des Goldpreises ab und werden wie Aktien gehandelt. Einige Produkte sind sogar mit physischem Gold hinterlegt, das in echten Banktresoren, oft im Ausland wie der Schweiz liegt.
Viele moderne Online-Broker bieten außerdem Sparpläne an. Anleger investieren dabei regelmäßig kleine Beträge in einen Gold-ETF oder Fonds. Dadurch lässt sich schrittweise ein Investment aufbauen, ohne sofort größere Summen investieren zu müssen.
Müssen Gewinne aus Gold in Österreich versteuert werden?
Beim Kauf von Gold gelten in Österreich unterschiedliche steuerliche Regeln, je nachdem ob es sich um physisches Gold oder um sogenannte Papierprodukte handelt. Physisches Anlagegold ist in Österreich grundsätzlich von der Mehrwertsteuer befreit.
Auch Gewinne aus dem Verkauf von physischem Gold bleiben steuerfrei, wenn zwischen Kauf und Verkauf mehr als ein Jahr liegt. Diese einjährige Haltefrist spielt eine wichtige Rolle für Anleger, die Gold langfristig als Wertanlage nutzen möchten.
Anders sieht es bei Paper-Gold-Produkten aus. Dazu gehören etwa Gold-ETFs, ETCs oder andere börsengehandelte Wertpapiere, die den Goldpreis abbilden. Gewinne aus solchen Wertpapieren unterliegen in Österreich der Kapitalertragsteuer. Diese beträgt derzeit 27,5 %.
Für Anleger bedeutet das: Wer physisches Gold langfristig hält, kann Gewinne steuerfrei realisieren. Bei börsengehandelten Gold-Produkten fällt dagegen grundsätzlich eine Besteuerung der Gewinne an.
Woran erkennt man echtes Gold?
Beim Kauf von Gold stellt sich auch die Frage nach der Echtheit. Seriöse Händler verkaufen ausschließlich zertifizierte Ware. Goldbarren stammen von bekannten Herstellern und werden mit einem Echtheitszertifikat ausgeliefert.
Bei Münzen lassen sich Gewicht, Durchmesser und Prägung relativ einfach überprüfen. Anlagemünzen haben standardisierte Maße, die sich leicht mit offiziellen Angaben vergleichen lassen.
Ein weiteres Warnsignal sind unrealistisch niedrige Preise. Gold wird weltweit gehandelt und orientiert sich am aktuellen Marktpreis. Angebote deutlich unter diesem Niveau sind praktisch immer ein Hinweis auf Fälschungen oder unseriöse Verkäufer.
Gold oder Silber – eine Frage des Budgets
Wer sich für physische Edelmetalle interessiert, stößt bei Gold schnell auf ein praktisches Problem. Gold ist gerade ziemlich teuer. Selbst kleine Einheiten haben bereits einen hohen Preis. Für eine Zehntelunze Gold muss man bereits mehrere hundert Euro einplanen.
Eine ganze Unze liegt im Bereich von mehreren tausend Euro. Für viele Einsteiger ist das keine Summe, die man einfach spontan investieren möchte. Aus diesem Grund wenden sich viele Käufer auch dem Silber zu.
Eine Silberunze ist deutlich günstiger und daher für viele Menschen leichter erreichbar. Wer physische Edelmetalle sammeln oder regelmäßig kaufen möchte, kann mit Silber oft einfacher beginnen und Schritt für Schritt eine Position aufbauen.
Silber hat zudem einen eigenen Markt. Der Preis ist in den letzten Jahren ebenfalls deutlich gestiegen und das Interesse an dem Metall wächst weiter. Viele Experten erwarten langfristig sogar einen weiteren starken Anstieg, unter anderem darum, weil Silber nicht nur als Anlage, sondern auch in der Industrie stark gefragt ist.