H&M entwickelt digitale Umkleidekabine für den stationären Handel

von Alexandra Otto 27/01/2021
Shopping Tipps
H&M entwickelt digitale Umkleidekabine für den stationären Handel

Das Innovation-Lab H&M Beyond arbeitet an der Entwicklung einer digitalen Umkleidekabine. Diese soll im Handel das Anprobieren erleichtern und im Onlinehandel das Retourenvolumen senken.

Ganz neu ist die Nutzung von „Virtual-Fitting" beim Online-Shopping ja nicht. Der japanische Online-Store Zozo versendet zum Beispiel bereits passgenaue Kleidung, die sich an einem 3D-Modell des Kunden orientiert. Dabei können Kunden vorab mittels einem zur Verfügung gestellten Anzug mit Messpunkten - dem Zozo-Suit - und dem eigenen Smartphone ein 3D-Modell von sich selbst erstellen. Ziemlich ähnlich soll es beim schwedischen Textilriesen H&M funktionieren. Dieser entwickelt zusammen mit Nexr Technologies nämlich eine digitale Umkleidekabine für den Handel. Das „Virtual-Fitting“ soll es Kunden ermöglichen, einfach und individuell Kleidung zu probieren und zu entscheiden, ob diese passen könnte oder nicht. Und das bereits ab kommenden Sommer mittels einem Prototypen, in dem man sich scannen lassen kann und in dem dann in weiterer Folge ein exaktes digitales Ebenbild erschaffen wird. Mithilfe einer App können im Anschluss passende Styles am eigenen Avatar anprobiert werden, um somit die Kaufentscheidung zu treffen.

Die Technologie basiert auf dem von Nexr entwickelten 3D-Fotogrammetrie-Scanner, der in Kooperation mit H&M weiterentwickelt wurde. Abgesehen von der praktischen Komponente, wird diese technologische Entwicklung sicher auch Einfluss auf das Retourenverhalten haben – und das ist ein nicht zu unterschätzender Beweggrund für den Konzern.  Jede Retoure verursacht Kosten – für das Handling und auch für den Wertverlust der Ware, die insbesondere im schnelllebigen Bekleidungsmarkt schwerer und nur mit Abschlägen verkaufbar ist. Ein weiterer Grund dafür ist, dass sich das Unternehmen auch um mehr Nachhaltigkeit im Bekleidungshandel stark macht.